Wer sich in Gefahr begibt…

…braucht vernünftige Ausrüstung!

Wildpferde - nah dabei!

Wildpferde – nah dabei!

Das Thema “Gefahr” in der Fotografie ist weitgehend unbeachtet, dass es bei vielen fotografischen Highlights aber “zur Sache” gehen kann bleibt unumstritten.

 

 

Neulich in Amazonien!

Neulich in Amazonien!

Als Beispiel seien hier Motorsport-Veranstaltungen aller Art, der Dülmener Pferdefang, Ritterspiele, bei denen man nahe dran sein möchte aber auch Nachtaufnahmen genannt, wenn man

sich denn ein Stück vom beleuchteten Weg entfernen möchte aber auch “normale” Sportereignisse wie Skatercontests genannt.

 

Ostsee Rallye - Verdammt nah dran!

Ostsee Rallye – Verdammt nah dran!

Ich möchte hier auf zwei fotografische Themen hinweisen, die aus meiner Sicht  höchste Ansprüche an Sicherheit, Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und fotografische Ausrüstung stellen. Es handelt sich einerseits um die Fotografie von alten Industrieanlagen und Ruinen, das sogenannte „Urban Exploring“ und auf der anderen Seite die Untertagefotografie.

Skater - nah dran!

Skater – nah dran!

Für beide Spielarten unseres Hobbies sind die Sicherheitsanforderungen quasi identisch. Ich werde nur bei entscheidenden Unterschieden differenzieren!

 

 

Präambel:

Chateau Noisy - Absturzgefahr!

Chateau Noisy – Absturzgefahr!

Mit der Sicherheitsfrage verhält es sich wie mit dem Gurt, allen Airbags, den passiven und aktiven Sicherheitseinrichtungen im Auto: Man braucht kaum je etwas davon, wenn man etwas davon braucht, dann meist nicht alle Sicherheitsvorkehrungen.
Hat man aber einen Unfall, der alle Sicherheitssysteme des Autos anspricht, dann sind sie  auch nötig! Trotz

dem fahren wir den ganzen Kram tausende von Kilometern unbenutzt herum und stellen uns nie die Frage: „Ob ich die Sensoren heute besser zu Hause lasse?“

Hier geht es nicht um übertriebene Sicherheit, hier geht es um möglichst optimale Sicherheit. Nicht alle der genannten Dinge müssen zwangsläufig jedes Mal mitgenommen oder eingesetzt werden. Über sie (und sei es nur im Kopf) zu verfügen macht das Hobby aber sicher sicherer!

Zuerst stellt sich die Frage nach dem zu besuchenden Objekt. Schon in der Vorplanung ist es nötig und wichtig wenigstens in seinem Kopf mögliche Gefahren durchzugehen. Außerdem sollte immer jemand informiert sein,wo man genau ist und wann man plant wieder zurück zu sein. Dazu hat sich folgendes Verfahren aus der Speläologie bewährt:

Chateau Noisy - Aufwärts ohne Stufen!

Chateau Noisy – Aufwärts ohne Stufen!

  • Bei Ankunft am oder Einstig in das Objekt meldet man sich mit Personenanzahl und erwartetem Ausstiegszeitpunkt bei einer am Eingang zurückgelassener Person ab. In heutiger Zeit geht das auch per Handy mit einem Menschen der zu Hause geblieben ist. Dieser MUSS aber über die exakten Koordinaten verfügen. Für Smartphones gibt es Applikationen, die es erlauben den Standort per SMS oder per Mail zu versenden.
  • Sollte man sich nicht zur erwarteten Zeit zurückmelden gibt es eine zeitliche Pufferzone, die je nach Größe des Objektes bzw. des Untertagebaus variiert.
  • Ist diese zeitliche Pufferzone überschritten, ruft der draußen Gebliebene ohne weitere Wartezeiten die Rettungskräfte! (Feuerwehr, Höhlenrettung, Höhenrettung)

Übertrieben? Hoffentlich ja! Kommt es aber zu einem ernsten Unfall innerhalb eines alten Bergwerkes, ist die Zeit, die mit „nur noch ein bisschen abwarten“ verbracht wird lebensgefährlich!  Geht der am Eingang zurückgelassene auch noch in die Grube, gefährdet er sich selbst und sollte etwas passieren, weiß niemand mehr, wo man suchen muss.

Ist dieser Rahmen gut gesteckt kann man in die Anlage einsteigen.
Natürlich gibt es für die Untertagefotografie und das Urban Exploring  keine Unfallverhütungsvorschriften (UVV) und keine offiziellen Anforderungen an eine persönliche Schutzausrüstung (PSA), hier sollte man sich trotzdem am Industriestandard orientieren:
Zur PSA gehören zwangsläufig:

  • Feste Schuhe, wenn möglich mit durchtrittsicherer Sohle eventuell mit Stahlkappe
  • Eine feste Hose ohne zu stark hervortretende Schnallen, Schlaufen oder Nieten
  • Eine qualitativ hochwertige Arbeitsjacke, abriebsfest, Wasserabweisend, hoch schließend
  • Schutzhelm (jaja.. ich weiß! Der 4-Tonnen-Felsblock tötet trotzdem. Aber ohne eine Platzwunde am Kopf durch Engstellen zu kommen ist schon nett!)
  • Licht (komme ich später drauf zurück)
  • Ein kleines Erste-Hilfe-Päckchen pro Person (kann im Schutzhelm mit Klebeband befestig werden)
  • Handschuhe

Alle diese Dinge bekommt man wunderbar im Baumarkt oder im Bundeswehrladen. 

Je nach Art der Befahrung gehören sicher noch andere Dinge dazu, mit Schutzbrillen, Atemmasken, CO-Warnern, Gasmasken und Watstiefeln langweile ich Euch aber in einem anderen Artikel.

Jeder Teilnehmer einer solchen Unternehmung hat außerdem ZWEI Lampen dabei, natürlich mit frischen Batterien oder geladenen Akkus und je einem Pack Ersatzbatterien/Akkus. Die LED-Technik ist mittlerweile so günstig und so klein geworden, dass dies echt kein Problem darstellen darf!

Wie bereits erwähnt sind auch die Anforderungen an das fotografische Equipment zu beachten.
1. möchte man Untertage ja feine Fotos machen
2. möchte man die ja mit nach Hause nehmen können…

In aller Regel reicht die Tasche oder der Rucksack den man bereits besitzt vollkommen aus. Es empfiehlt sich den integrierten Regenüberzug zu benutzen oder sich für kleines Geld einen zu kaufen. Seltener muss man seine Kameraausrüstung sicher Wasserdicht verpacken. Hier ist die Bandbreite an zu verpackenden Materialien und Verpackungsmaterial so groß, dass ich hier nicht näher darauf eingehen möchte. Sollten da Fragen bestehen fragt unten in den Kommentaren, ich helfe gerne bei der Auswahl.

Dass eine Kamera, mit geladenen Akku, Ersatzakku und Eure Wunschobjektive mitzunehmen sind, versteht sich von alleine!
Darüber hinaus werden benötigt:

  • Stativ
  • Blitz, wenn möglich mehrere
  • Fernauslöser für die Kamera
  • Noch mehr Licht! Hier ist alles erlaubt: noch mehr Blitze, Starklichtlampen, Teelichter (die man wieder mitnimmt!!), Grableuchten, Farbfilterfolien und so weiter…

Ich hoffe ich konnte Euch einen guten Eindruck vermitteln, wie man die Gefahren, die alte Bergwerke und Ruinen durchaus haben minimieren kann.

Zuletzt möchte ich aber noch auf einen ganz wichtigen Leitspruch aller ernst zu nehmenden Urban Explorer, Altbergbaufans und Speläologen hinweisen, dem unbedingt Folge zu leisten ist:
Lass nichts da, als Fußspuren und nimm nichts mit außer Fotos und Eindrücken. Zerstöre nichts und mach nichts tot!

In diesem Sinne
Glück Auf!
Euer Georg

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Ein Kommentar zu Wer sich in Gefahr begibt…

  1. Ulli Lünnemann sagt:

    Wieder mal ein klasse Artikel von Euch.
    Ich konnte für mich noch einige wichtige Infos aus dem Bericht entnehmen.
    Da sollte mal jeder für sich darüber nachdenken wenn er so etwas macht.
    Eine gute Vorbereitung macht das Risiko kalkulierbar.

    Danke dafür !
    lg Ulli

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