Überhitzung beim Nikon SB-600 / Mini-Workshop Untertagefotografie

Hier nun ein leidvoller Artikel auf meiner Webseite zum Thema: Was kaputt geht, geht kaputt! Gleichzeitig aber auch ein Artikel, der zeigt, wie man in der Fotografie durch gute Zusammenarbeit zu sehr guten Ergebnissen kommen kann. Mein Blitz, der gute alte Nikon SB-600 hat mich verlassen.

Nach gut drei Jahren enger Zusammenarbeit war es soweit -> überhitzt – kaputt – vorbei! Wie es dazu kam??

Maastricht 2010 - der Erklärbär

Maastricht 2010 – der Erklärbär

Ich war mit Thomas, Hermann und Jürgen unterwegs um diesen ein wenig die „Unter-Tage-Fotografie“ näher zu bringen. Im ehemaligen Mergel-Abbau angekommen, verfügten wir über zwei Nikon D300, eine Nikon D200 (ich erwähne meine D80 mal nicht…), eine Reihe guter Optiken und einem Systemblitzpark bestehend aus einem Nikon SB-900 und drei SB-600. Gepaart mit diversen anderen Lichtquellen (Kerzen, Gaslampe, diverse Halogenlampen, einigen LED-Lampen, einer Neon-Werkstattlampe) und einem kompletten Filterset von LEE machten wir uns also ans fotografieren. Ich fand die Zusammenarbeit unter Tage wirklich spannend und gut. Mir blieb viel Zeit den einzelnen Fotografen Tipps und Tricks zur Unter-Tage-Fotografie zu vermitteln, während die anderen ihre Fotografien schossen. Die Vorgehensweise sah in etwa so aus: – Bildausschnitt wählen – Beleuchtung einrichten – Besondere Beleuchtungselemente installieren – Fotografieren Da die Gänge teils sehr lang waren (100-150m) und die Decken zwischen acht und zehn Meter hoch waren, war es nötig einen „Blitzassistenten“ in den hinteren Bereichen der Gänge zu postieren. Bei einer mittleren Blende von etwa f/8 reichte das einmalige aufblitzen des Blitzes im hinteren Bereich der Gänge nicht mehr aus -> es musste häufiger für eine Fotografie „gefeuert“ werden; pro Fotografie etwa fünf- bis 15mal, das Ganze bei voller Leistung. Der Blitz-Beleuchtungs-Assistent (es konnten auch mehrere pro Fotografie sein) beleuchtete mit Hilfe von Lampen, Blitzen und Kerzen den Bildhintergrund, musste dafür schon mal einen Spurt einlegen, um in vollkommener Dunkelheit von einer Gangseite zu anderen zu Sprinten -> Auf gleichmäßige Beleuchtung legten wir bei unseren Fotografien nämlich großen Wert. Stellt Euch das Gewusel und Gerenne in den Gängen mal vor! –

Maastricht 2010 - Helden der Dunkelheit

Maastricht 2010 – Helden der Dunkelheit

Drei Erwachsene Männer rennen mit Lichtquellen in verschiedenen Farben durch die Dunkelheit, brüllen sich gegenseitig an, um nicht angeleuchtet zu werden (man soll es auf der Fotografie später ja nicht sehen), und starren alle danach wie gebannt auf einen kleinen Kameramonitor und das Histogramm um sich wortlos zur nächsten Aufnahme bereit zu machen -> die Ecke oben rechts war dann doch zu dunkel, also: erst vier mal blitzen, dann die Wedeltaktik mit der LED-Lampe und dann mit Bouncer noch mal schräg von vorne, aber nur mit halber Leistung… Es war zum totlachen. Es hat wirklich wahnsinnigen Spaß gemacht. Wenn einer der Fotografen sein Bild im Kasten hatte, kam der nächste an die Reihe, dann der Dritte… Danach machte wieder der Erste eine Fotografie mit anderem Bildausschnitt oder leicht anderer Belichtung/Beleuchtung -> also wieder Dauerblitzen…. Ich tippe, dass mein Nikon SB-600 so etwa 200-250 Blitze auf voller Leistung abgegeben hatte, als er gar nichts mehr abgab… Die Bereitschaftsanzeige lud nicht nach, es war kein fiepen des sich aufladenden Kondensators zu vernehmen… Ruhe…Nichts als Ruhe… und ein klägliches Blinken um zu signalisieren: „Ich lebe noch ein bisschen, wirf mich nicht weg!“ Die Akkus, die ich aus ihrem überhitzten Gefängnis befreite, waren kaum in der Hand zu halten, so heiss waren diese… Wir hätten irgendwie doch mit mehr Ruhe an die Fotografien gehen sollen -> eher mal die Blitze tauschen sollen, oder so… Der Zoom im Blitzkopf funktioniert nach wie vor, wird der Blitz kabellos als Slave angesteuert „meckert“ er, dass er das Bild nur unterbelichtet hätte (Piepstonintervall). Den Schaden zu benennen fällt mir schwer.

Maastricht 2010 - Ich, vor der großen Dunkelheit

Maastricht 2010 – Ich, vor der großen Dunkelheit

Die Blitzröhre an sich wird wohl noch in Ordnung sein, bei ähnlichen Fällen aus dem Internet, bei denen die Blitzröhre defekt war, lud der Kondensator und beim auslösen eines Blitzes war ein Klacken zu vernehmen -> bei mir ist Stille, vollkommene Stille… Ob „nur“ der Kondensator oder eine komplette elektronische Baugruppe betroffen ist, kann man nur raten. Eventuell werde ich den Blitz mal zum Nikon-Service schicken und mir einen Kostenvoranschlag machen lassen. Da ich nicht glaube, dass sich die Reparatur des SB-600 lohnt und mein Urlaub vor der Tür steht, habe ich mir als Alternative den SB-900 besorgt. Dieser hat mich Unter Tage überzeugt, sowohl in Bezug auf dessen Leistung, als auch auf dessen Ausstattung -> der Überhitzungsschutz scheint für mich ja genau das richtige Feature zu sein…

Maastricht 2010 - Das letzte Licht des SB600

Maastricht 2010 – Das letzte Licht des SB600

Beim nächsten mal im Berg heisst es dann: Blitzdauerfeuer ein! Die Fotografie auf der rechten Seite ist übrigens die letzte, auf der man Licht sehen kann, das von meinem Nikon SB-600 erzeugt wurde -> während der gelben Ausleuchtung (Filterfolie!) ganz hinten im Gang starb mein Blitz!… Irgendwie hat es sich doch gelohnt, oder?!

Danke an Thomas Weber, der mir die Fotografien für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat – die Fotografien lassen sich anklicken und öffnen sich dann in besserer Qualität in einem Pop-Up-Fenster.
Ich habe an diesem Tag keine eigenen Fotos mit meiner Kamera gemacht. Meine Fotografien aus den Grotten von 2007 findet Ihr in meiner Galerie der Rubrik „Unter Tage“ (klick!).

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