RTH Christoph 8 – 40 Jahre Leben retten

Auf kleine Jungen üben der Rettungsdienst die Polizei und die Feuerwehr eine besondere Anziehungskraft aus, aber wenn wir ehrlich sind, sind wir alle neugierig wie es hinter den Türen dieser Einsatzkräfte aussieht.

Gerade vom Rettungsdienst sieht man als „gesunder“ Mensch nicht viel und wenn man den Rettungsdienst braucht, sind einem die Details egal. Dann soll und muss einfach alles funktionieren! Es gibt sogar Menschen die von den „Blaulichtfahrzeugen“ genervt sind, weil sie zur Seite fahren oder sogar warten müssen.

Doch was steckt eigentlich hinter all dem Aufwand? Wie funktioniert so eine Rettungswache, eine Intensivstation oder eine Polizeistation wirklich?
Das weiß kaum jemand!

Im Rahmen des anstehenden 40jährigen Jubiläums der Station des Rettungs-Transport-Hubschraubers (RTH) Christoph 8 in Lünen hatten wir die Gelegenheit hinter die Kulissen zu blicken und das zu dokumentieren, was sonst im Verborgenen abläuft.

Seit 1974 ist in Lünen am St.-Marien-Hospital ein Rettungshubschrauber stationiert. In den ersten Jahren übernahmen Piloten von Bundesgrenzschutz und Bundeswehr die Dienste auf den Maschinen.

2005 wurde die Station schließlich an die ADAC-Luftrettung GmbH München übergeben.
Unter der Leitung des ADAC fanden viele Modernisierungen der Station und des Hubschraubers RTH Christoph 8 statt – Neubau der Station, Einführung einer Wasserrettungseinheit, Modernisierung des Hangars, neue Tankanlage…

Heute fliegt ein Eurocopter (EC) 135 die Einsätze. Diese Maschine hat zwei Triebwerke mit je 621PS und kann mit maximal 287km/h zu den Patienten fliegen. Mit über zwölf Metern Länge und einer Höhe um 3,60m handelt es sich um eine beeindruckende Flugmaschine.

 

Im Innern ist Platz für einen Patienten und es gibt vier Sitze. Eigentlich handelt es sich beim RTH Christoph 8 um eine kleine fliegende Intensivstation, die alles an Bord hat, um einen schwerst verletzten Patienten nach der Erstversorgung in ein entsprechendes medizinisches Traumazentrum zu fliegen. Die folgenden Bilder zeigen die medizinische Ausstattung von Christoph 8:

Einsatzbereit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang kommt der RTH Christoph 8 mit seiner Crew so auf knapp 1200 Einsätze pro Jahr!

Ziemlich klar ist, was zwischen Start und Landung des RTH Christoph 8 passiert:
Das Team um RTH Christoph 8 wird von der Leitstelle des Kreises Unna informiert, dass ein Einsatz für sie vorliegt. Von jetzt an bleiben gerade mal drei Minuten bis Christoph 8 in der Luft sein muss. Alles wird liegengelassen! Der Pilot bereitet die Maschine vor, die Turbinen fangen an zu laufen und der Rotor dreht sich. Notarzt und HCM ziehen ihre Einsatzschuhe an, bringen noch Informationen mit, die aus dem Stationsdrucker kommen und springen dann in die Maschine. Take Off!
Der Pilot fliegt den Hubschrauber zum Einsatz.
Der Rettungsassistent (in der Luftrettung der „HCM“) und der Notarzt (aus dem Personalpool des St.-Marien-Krankenhauses in Lünen) helfen den bereits anwesenden Rettungskräften bei der Erstversorgung des Patienten. Sollte ein schnellstmöglicher Transport in ein Krankenhaus erfolgen, bei dem die bodengebundenen Einheiten zu langsam wären, wird der Patient in den RTH umgelagert und die Maschine fliegt ihn in das nächstgelegene, geeignete Krankenhaus.
Nach einem Einsatz geht es zurück zur Station, der Hubschrauber wird getankt und die Crew wartet auf ihren nächsten Einsatz.
Diese Bilderserie zeigt die Situation von Alarm über Take Off bis hin zur Landung an der Station.

Doch eine solche Station unterhält sich nicht von alleine und es ist spannend das Teamwork der Hubschrauber-Crew bei der alltäglichen Arbeit zu beobachten, einer Arbeit, die für andere unsichtbar ist…

Neben typisch medizinischen Tätigkeiten kommen in der Station auch Aufgaben hinzu, an die man nicht sofort denkt, wenn man „Rettungshubschrauber“ hört: Waschen, Kochen, Wetterkarten studieren, Hubschrauber putzen, Medikamente und Geräte pflegen und in Stand halten…. Alles immer wieder unterbrochen vom Alarm…

Zu guter Letzt möchte ich Euch die Bilder zeigen, die das Stationsleben noch einmal in Bildern wiedergeben. Es waren wirklich tolle Tage in der Station von RTH Christoph 8!

Auf dem  Landeplatz des RTH Christoph 8 ist das Betreten verboten.
Nicht nur, dass man sich selber in Gefahr brächte, auch der Flugbetrieb würde bei Personen auf dem Flugfeld empfindlich gestört und damit Menschenleben gefährdet!
Haltet Abstand! Man kann von den Rändern der Anlage aus die Starts und Landungen gut sehen!

Danke an das Team von RTH Christoph 8 in Lünen!
Alles Gute für die kommenden 40 Jahre!

NACHTRAG: Bilder von Christoph 8 während der blauen Stunde findet Ihr im „kleinen Nachtrag“ (klick)…

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2 Kommentare zu RTH Christoph 8 – 40 Jahre Leben retten

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