Nichts ist für die Ewigkeit

Irgendwie passt der Spruch perfekt zu unserer ersten Belgientour des Jahres. Wir hatten einige Ziele auf dem Programm und haben mal wieder nicht alles geschafft.
Und das ist sogar positiv! Positiv weil wir zum einen nicht lange nach neuen Locations suchen müssen und zweitens weil diejenigen die auf dem Plan standen funktioniert haben.

Allerdings muss ich auch mal etwas zum Fotografieren von verlassen Orten sagen. Unser erstes Ziel war eine ehemalige Doktorenvilla. Die Praxisräume waren im Wohnhaus eingerichtet und der Herr Doktor konnte nach Feierabend direkt in seine Privaträume hinüber gehen. So weit so gut.
Das Delikate und der für mich unangenehme Umstand war die große Zahl an sehr persönlichen Dingen, die wir vorgefunden haben. Ich hatte bei der Begehung das Gefühl eine Grenze überschritten zu haben. Die vielen privaten Unterlagen, Tagebücher, Arztberichte, Fotos und Notizen von Menschen die ich nicht kannte aber in deren Leben ich jetzt eingedrungen war machten mich sehr nachdenklich. Meinen Begleitern ging es ebenso.
Es gibt Unterschiede zwischen einer leeren Fabrik, einem ehemaligen Bürogebäude, einem verlassenen Kloster oder einer Privatwohnung.
Ich möchte daher an alle „Lost Places“ Fotografen appellieren, respektvoll mit den vorgefundenen Gegenständen um zu gehen. Haltet euch an den Codex der Urbexer:

„Take nothing but Pictures, leave nothing but Footprints, kill nothing but Time!“

Und auch hier gilt natürlich, daß Anfragen zu den Standorten der Objekte zu deren Schutz nicht beantwortet werden.

Jetzt aber weiter mit der Fotografie!

Station 1 war die bereits erwähnte Doktorenvilla. Uns erwartete ein Durcheinander von Eindrücken.

Weiter ging es zum absoluten Höhepunkt der Tour. Das Monastere Mont G. erwartete uns. Die Spannung stieg, wie immer wenn man sich auf unbekanntem Gebiet befindet und nicht weiß was einen erwartet!

Nächste Station war ein ehemaliges Casino in dem der Vandalismus schon stark fortgeschritten war. Außer dem Hauptraum war nichts sehenswertes mehr vorhanden.

Die letzte Station des Tages war das Chateau Amun Ra. Jeder aus der Szene kennt es zumindest vom Hörensagen. Die Tür stand offen und aus dem Inneren waren laute Geräusche zu hören. Ich ging hinein und machte mich bemerkbar. Im ersten Stock empfing mich der (neue?) Eigentümer des Hauses. Er ist gerade dabei das gesamte Objekt zu sanieren. Angeblich wird das Chateau zukünftig für Kunstausstellungen und/oder als Museum genutzt. Das Fotografieren wollte er uns leider nicht erlauben. Den Flur mit den ägyptischen Wandmalereien haben wir aber bestaunen dürfen. Er ist wunderschön anzusehen. Wir kommen garantiert wieder und hoffen dann ganz offiziell eingelassen zu werden.

Gut Licht!

Thomas M. Weber

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Löse die Aufgabe um den Kommentar freizuschalten! (Sicherheitscode) * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.