Max Raabe & Palast Orchester

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Eine weitere Herausforderung für WebRock stand am vergangenen Donnerstag auf dem Plan. Max Raabe und sein Palast Orchester sollten in der Halle Münsterland auftreten und WebRock hatte die Erlaubnis zu fotografieren, allerdings nur während der ersten drei Lieder.
Tief durchatmen, alle erforderlichen Einstellungen (ISO 1600, Blende so weit offen wie möglich, VR einschalten) an der Kamera vornehmen, schon mal die Fotostandorte klären und los geht´s. Erstes Lied: ganz hinten vom Mischpult aus gerade aus auf die Bühne. Zweites Lied: schneller Wechsel der Position an die linke Seite der Bühne. Verdammt, sind die Lieder kurz. Dritter und letzter Standort, die rechte Seite der Bühne. Die Zeit für den Fotografen ist um und nun genieße ich das Konzert… 😉

„Lässig lehnt er am Klavier, mit auf der Bühne 13 stilvoll gekleidete Herren und eine Dame in einem Traum von Rosa – in ihrer Hand eine Violine. Und es erklingen „Kleine Lügen“, gesungen von Max Raabe, begleitet von seinem Palast Orchester. Willkommen in den 1930ern.

Am vergangenen Donnerstag luden Max Raabe & Palast Orchester in die Halle Münsterland ein. Raabe nahm seine Gäste mit auf eine erlebnisreiche Zeitreise. Was er mitgebracht hat – allerlei Liebe, Leid, Herzklopfen und gar kleine Schlüpfrigkeiten, dezent verpackt. Max Raabe erzählte an diesem Abend „nur die Wahrheit, jedenfalls im Kern“, gab auf alles eine Antwort, aber keine Garantie dafür. Sein Programm fasste er zusammen, dass er „am heutigen Abend von menschlichen Beziehungen und Topfpflanzen“ singt.

Max erzählte von Marie, welche im Jahr 1931 in einem hellen Baumwollkleid die Liebe gefunden hatte. Ein zauberhaftes Stück – voller Leichtigkeit und Schmetterlinge im Bauch. Auch präsentierte er gesungene Tänze. Egal ob feuriger Tango, der vom Leid mit den Frauen handelt oder rassiger Paso Doble – Max Raabe behielt stets die Contenance. Auch wenn er mit einem verschmitzten Lächeln von den Seitensprüngen in der Bar zum Krokodil am Nil berichtete.

Eher ruhig und klassisch wurde der Bariton, als er feststellt „Ohne dich…“ – einem herzlichem Liebeslied. In der Großen Halle konnte man regelrecht das Herzklopfen hören. Dezent romantisch, ganz im Stile der 30er, wurde es, als Raabe und einige Herren des Palast Orchesters a cappella „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ präsentierten. Und plötzlich war er weg von der Bühne. Tauchte aber wenig später mitten im Publikum wieder auf – Max Raabe ging auf Tuchfühlung. Anschließend forderte er „Keine Angst vorm ersten Kuss“, eher vor dem letzten.

Und dann war viel zu schnell Schluss. Irgendwas fehlte… der tosende Applaus entlockte dem Künstler dann doch noch zwei seiner Klassiker. Endlich kam die versprochene Topfpflanze – „Mein kleiner grüner Kaktus“. Schließlich sang er das, worin ihn jeder, der liebt bestätigen kann: „Küssen kann man nicht alleine“. Und ganz zum Schluss bat er sein Publikum noch ein letztes Lied singen zu dürfen – gern gewährten seine Zuhörer diesen Wunsch. Dann fiel der Vorhang.

Irgendwie verzaubert die Musik von Max Raabe und seinem Palast Orchester, obgleich man ihm auch gern abnimmt, dass er das nicht bewusst beabsichtige. Aber dafür sind seine Konzerte zu stimmig und sehr detailreich arrangiert. Sie tut gut – seine Zeitreise in eine zauberhafte, wenn gar auch leicht pikante Welt.“
(Text: Thekla Kerzel, Hofbericht)

Gut Licht

Thomas M. Weber

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