Geht fotografieren!

Schluss! Ende! Aus! Es reicht!

Raus mit Euch!
Geht fotografieren!

Ich mag es nicht mehr lesen, sehen und hören!
Diese Erbsenzählerei, diese Objektivvergleiche, dieses Rumgehacke auf DX oder FX, dieses Genöle bezüglich Nikon oder Canon!
Ich mag nicht mehr hinhören, wenn einer was von „Linienpaaren“ erzählt, von Front- und Backfokusproblemen an bestimmten Kameras .
Ich mag sie nicht mehr sehen, die Bilder, die wegen einem Spiegelschlag angeblich unscharf sind.
Dieses gefährliche Halbwissen gepaart mit pseudowissenschaftlichen Bildvergleichen…

Was mit mir los ist? Das kann ich Euch erklären.
Seit dem ich meine neue Nikon D600 habe interessiert mich natürlich, ob ich mein Geld gut angelegt habe.
Immer wieder las ich in Foren, dass die neuen hochauflösenden Sensoren ein Problem haben: Sie bilden JEDE Unschärfe ab. Jede Bewegungsunschärfe und jedes „schlechte“ Objektiv rächen sich nun doppelt und dreifach.
Es sei nun nichts mehr mit der Faustregel beim  bei 50mm brauche ich eine 1/50 Sekunde, bei 200mm eine 1/200 Sekunde um scharfe Bilder zu bekommen.
Bei 50mm seien unter einer 1/250 Sekunde gar keine unverwackelten Bilder möglich!
Die Spiegelschläge bei der D600 und der D800 reichen angeblich aus, um ein Bild zu verwackeln! Wie bitte?
Weiter noch: Die höherwertigen DX-Kameras seien zumindest der D600 in Punkto Auflösung überlegen, da diese die Auflösung sinnfrei in die Randbereiche investiere und man im Zentrum (da wo DX ist) deutlich mehr Auflösung und damit Zoomreserven bei der D7000 habe…  Ach so?!

Beispielbilder von Testaufbauten belegen das Eine, widerlegen das Andere, Links und Testberichte, Forenbeiträge und Produktrezensionen haben mich verunsichert: Soviel Geld für Elektroschrott? Ist weniger am Ende doch deutlich mehr?
Habe ich alles falsch gemacht und in meiner D80 schlummert das wahre Potenzial?

Quatsch mit doppelt Sauce!

Wenn man sich tiefer mit der Materie beschäftigt stellt man fest, dass an diesen absurden Behauptungen nichts dran sein kann! Nichts, nichts, nichts und wieder nichts!

Wo meine Beweise sind? Die findet man in der Vergangenheit!
Fakten:
1.: Das Auflösungsvermögen von Negativ- oder Dia-Filmen liegt mit entsprechenden Scannern bei bis zu 135 Millionen Pixeln!
2.: Die 100%-Ansicht eines Bildes aus einer Kamera mit 36 MP entpricht der Größe eines  ausbelichteten Bilder von 90x60cm bei 200 Dpi! Die Diagonale ist hier etwa 110cm lang, der „perfekte“ Betrachtungsabstand (je nachdem wem man glaubt) liegt demnach bei 180cm bis 330cm.
3.: Heutige Objektive sind besser als Objektive vor 15 Jahren.

Fragen die sich daraus ergeben:
1.: Warum hatten analoge Kleinbildfotografen keine Probleme mit Unschärfen durch Spiegelschlag und Co.
2.: Wie realstisch ist eine 100%-Ansicht am Monitor? Oder: Wer lässt Bilder in dieser Größe belichten?
3.: Wie kommen die guten Ergbnisse von damals zustande? Schlechtere Objektive und deutlich mehr Auflösungsvermögen… Da hätte doch alles Schrott sein müssen!

Auf die FX/DX-Diskussion gehe ich nicht ein, außer: an FX kann ich Bildauschnitte machen wo ICH möchte, nicht wo mir das Bildformat das vorschreibt.

Und jetzt raus mit Euch!
Geht fotografieren!
Und lasst mich mit der Pixelzählerei endlich wieder in Ruhe!

 

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13 Kommentare zu Geht fotografieren!

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  4. Vadim sagt:

    Wieder mal ein toller Artikel von dir.

    Muss euch wirklich recht geben. Viele verkomplizieren die Fotografie heutzutage bis ins unermessliche und halten sich an technischen Kleinigkeiten auf statt sich mal mehr um den Bildaufbau o.Ä. zu kümmern.

    Dazu sind die ganzen Diskussionen darüber, welche jetzt die beste Kamera ist, total überflüssig da viele sich nicht mal mühe geben das Potenzial ihrer vorhandenen Kamera voll auszuschöpfen.

  5. Philipp sagt:

    Achja, nur am Rande:

    Mein 22 Zoll-Monitor hat 102 dpi, normalerweise hat man weniger.

    Mehr kann man am Bildschirm eh nicht beurteilen.

    (Und ich habe meine 6 MP-Bilder meiner D50 auch bis A1 gedruckt/ausbelichtet *g*)

    • Tach!
      Auf Monitore bin ich absichtlich nicht eingegangen…
      Und ja, die besten Bilder meiner Nikon D50 sind in ähnlicher Größen gefertigt worden.
      Aber dann nicht als Fotoabzug, sondern als Posterdruck… Wieder ein anderes Thema.

      LG
      georg

  6. Philipp sagt:

    135 Megapixel? Wo hast du denn die Zahl her? 😉

    Nene, so ein Standard-200-ISO-KleinbildFilm brachte nicht einmal ein zehntel davon auf die Kette. Was aber auch nicht schlimm ist, da das Korn unregelmäßig anlag und nicht so geordnet wie ein Pixelmuster. (Deshalb braucht man wahrscheinlich so viele Mgeapixel, um es vollständig abtasten zu können – obwohl das Bild selber sehr viel niedriger aufgelöst ist).

    Wo Filme lange Zeit extrem überlegen waren ist der Dynamikumfang. Es war interessant, was noch aus einem unter- bzw. überbelichteten Film rauszuholen war.

    Qualitativ hast du aber vollkommen Recht – man ist zu verwöhnt, deshalb wird trotz besserer Qualität zum Film weiter rumgenörgelt.

    Und ja – die besten Nörgler an der Stelle schießen die schlechtesten Bilder – eigentlich zählt, wie man mit der Kamera umgehen kann. Am ärgerlichsten sind die Bildfehler, die durch hektische Last-Minute-Manipulationen an der Technik entstehen. („ISO-Automatik versehentlich eingeschaltet“, „Blende aus versehen hochgedreht“ etc)

    • Moin Philipp!
      Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Fotografischer_Film findest Du:
      „Beim Scan von Negativ und Dia können Auflösungen von bis zu 10.000 ppi erreicht werden. Beim Kleinbildfilm (24 mm × 36 mm) entspricht das etwa einer Auflösung von bis zu 135 Millionen Pixeln.“
      Verifizieren an Quellen kann ich es nicht, falsifizieren aber auch nicht…

      LG
      Georg

      • Philipp sagt:

        „Bis zu“ 😉

        „Es handelt sich dabei nicht originär um Filme für die bildmäßige Fotografie, sondern um sehr kontrastreiche Filme für die Reproduktion von Schriftstücken, die mit spezieller Chemie sehr sorgfältig verarbeitet werden müssen.“ (Steht im Absatz davor)

        Aber wie du selber geschrieben hast: Mit den Zahlen kann man sich erschlagen und hat dann immer noch nichts gewonnen. Meine NIkon D50 hat auch nur 6 Megapixel, und wenn man die Farben zusammen betrachtet damit nur 2, der Rest ist errechnet…

        Aber drauf geschissen – ich könnte jedesmal weinen, wenn ich jemanden mit einer teuren Cam sehe, der seine Kinder knipst und dabei nicht einmal in die Hocke gehen kann – da nutzen ihm die knapp 20 MP auch nichts mehr…

  7. Bezüglich des „perfekten Betrachtungsabstands“ muß ich Dich leider korrigieren. Der ideale Betrachtungsabstand liegt bei der „dreifachen“ Diagonale damit das menschliche Auge das Bild in seiner Gesamtheit erfassen kann …

    Ansonsten gebe ich Dir vollkommen Recht. Ach ja, Du hast das Rauschen vergessen, früher hat auch kein Hahn danach gekräht wenn man einen hochempfindlichen Film benutzte, z. T. war Korn sogar ein Stilmittel …

    Gruß Peter

    • Hallo Peter!
      Danke für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Den Fehler mit dem Betrachtungsabstand werde ich korrigieren.
      Mit dem ISO-Rauschen hast Du sicher Recht! Das fehlt bei meinem “Rundumschlag”.
      Bis die Nächte!
      LG Georg

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