Feuer und Flamme

Schon länger schwebte die Idee in meinem Kopf, eine Fotoreportage über die Freiwillige Feuerwehr Emsdetten zu machen. Nun schien die Zeit dafür reif zu sein. Ich traue mir zu, mich und meine Nikon schnell auf die aktuellen Gegebenheiten einzustellen wenn es nötig sein sollte. Der Blick ist trainiert und  jetzt fehlt nur noch …. die offizielle Erlaubnis!

Bei der Stadtverwaltung habe ich meinen Wunsch vorgetragen und bekam sehr schnell das OK. Nun musste noch die Feuerwehr damit einverstanden sein über Stunden von einem Typen mit ´ner Kamera begleitet zu werden. Aber auch hier war die Erlaubnis schnell erteilt. Jetzt musste ein Plot her. Was will ich zeigen? Was passiert eigentlich wenn es brennt oder zu einem Notfall kommt? Wo kommt der Notruf 112 an und wie geht es dann weiter? Wie oft fahren die Jungs eigentlich raus?

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Die Kreisleitstelle mit Sitz in Rheine leitet alle Rettungsdiensteinsätze. Sie unterstützt die Städte und Gemeinden bei den Feuerwehreinsätzen nach Maßgabe der Alarm und Ausrückeordnung oder des Einsatzleiters vor Ort.
Im Jahr 2013 kam es zu insgesamt  58.723! Gesamteinsätzen.

Die bestellten Flugleiter der Leitstelle des Kreises Steinfurt überwachen den Flugbetrieb des Christoph Europa 2 und sind auch hier weisungsbefugt. Der Einsatz von Intensivhubschraubern in Westfalen wird ausschließlich über die Kreisleitstelle in Rheine koordiniert. Einen ausführlichen Artikel zum RTH Christoph 8 gibt es hier.

Ich hatte mich dann entschlossen in das Feuerwehrgerätehaus Emsdetten zu gehen und mich dort umzuschauen. Mehrere Stunden stromerte ich dort mit der Kamera herum und begann ein Gefühl für die Arbeit der Feuerwehrleute zu bekommen.

In der freiwilligen Feuerwehr Emsdetten sind ca. 180 Feuerwehrleute aktiv. Der überwiegende Teil der Feuerwehrfrauen- und Männer ist in die 3 Löschzüge eingegliedert. Durchschnittlich kommt es in Emsdetten pro Jahr zu ca. 220 Einsätzen.
Selbstverständlich wird auch regelmäßig geübt. Eine dieser Übungen zu begleiten war für mich eine ganz besondere Ehre. Ein Organisationsteam aus Feuerwehrleuten suchte sich dazu in diesem Fall die Emsdettener Firma Cirkel aus Sinningen aus. Dort sollten drei verschiedene Szenarien durch die nichts ahnenden Einsatzkräfte bewältigt werden.

In Abschnitt 1 ging es um eine Brandbekämpfung in der Nähe einer Gasübergabestation. Dort hatte sich Unrat entzündet. Brisant war dabei ein Fass mit Aluminiumpaste, das in unmittelbarer Nähe zum Feuer stand.

Im Abschnitt 2 mussten zwei Personen, die sich vermutlich in der Nähe der Heißluftöfen aufgehalten haben, gefunden und geborgen werden.

Die Rettung einer verunglückten Person auf einem Silo Tank war für den Abschnitt 3 vorgesehen. Es kam bei diesem Abschnitt erschwerend hinzu, dass ein geparkter PKW die Zufahrt für den Leiterwagen unmöglich machte. Der Schlüssel zu dem PKW befand sich in der Hosentasche der auf dem Silo verunglückten Person.

Um 19:00 Uhr waren die Vorbereitungen für die Übung abgeschlossen. Jetzt hieß es warten. Gegen 19:30 sollte die Alarmierung erfolgen. Verdammt, ist das aufregend!

ALARM!!!!

Gegen 21:00 Uhr ist alles vorbei. Alle vermissten Personen sind gerettet, der Brand gelöscht und die Schläuche wieder aufgerollt. Die Spannung lässt nach und mein Blutdruck sinkt wieder auf ein normales Niveau. 😉

Ich möchte an dieser Stelle Herrn Kemper und Herrn Konermann von der Feuerwehr Emsdetten danken, die mir diese Aufnahmen ermöglicht haben. Ausnahmslos alle Feuerwehrleute waren mir gegenüber sehr offen und hilfsbereit. Für das Bild der ausrückenden Fahrzeuge vor dem Gerätehaus mussten die Fahrer viele Male vor- und wieder zurück setzen bis das Bild so im Kasten war wie ich es mir vorgestellt habe.

Ein ebenfalls sehr großes Danke gebührt auch Herrn Remke von der Fa. Cirkel in Sinningen. Er war sehr aufgeschlossen für meine Wünsche als Fotograf und hat mir völlig freie Hand gelassen.

Für die Erläuterungen über den Ablauf eines Notrufes danke ich Herrn Lütkehermölle von der Kreisleitstelle in Rheine. Dass ich auch noch am Christoph Europa 2 fotografieren durfte, war nochmal ein ganz besonderes Bonbon!

Da WebRock-foto.de ein Fotoblog ist, muss ich natürlich auch noch was zur Technik, bzw. den verwendeten Einstellungen sagen. Die größte Herausforderung aus fotografischer Sicht war es, die Übung festzuhalten. Ich habe bewusst keinen Blitz eingesetzt und statt dessen die ISO der D800 auf einen Wert von 3200 hoch geschraubt. Wenn es möglich war reduzierte ich wieder auf 1600, wenn nötig erhöhte ich auf 6400. Die Blende stand konstant auf f2.8, war also so weit geöffnet wie es möglich war. Ja, ich hätte auch das 35er f1.8 anflanschen können, aber ich wollte so flexibel wie möglich bleiben. Der Brennweitenbereich von 24-70mm war dafür ideal. Alles war frei Hand ohne Stativ. Für das Gehampel mit dem Dreibein wäre keine Zeit gewesen.

Gut Licht!

Thomas M. Weber

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2 Kommentare zu Feuer und Flamme

  1. MEISTERLEISTUNG!

    Ich finde den gesamten Artikel sehr gelungen.
    Es freut mich sehr zu sehen, dass du diese große Fotostrecke gemacht hast und dabei auch deinen Mann gestanden hast.
    Damit meine ich der ISO knall hart in die Augen zu sehen und dich nicht hast einschüchtern lassen.

    Die Fotos beeindrucken mich außerdem sehr durch ihr technisches Niveau und die spannende Zusammenstellung der Bilder.

    Ein super Artikel, der mal echt Maßstäbe setzt!

  2. Manfred Jablonski sagt:

    Nach der Betrachtung der Fotos und dem Lesen der Informationen hatte ich einen Eindruck davon, welch engagierten und u. U. gefährlichen Dienst unsere „Freiwillige Feuerwehr“ für uns, der „Allgemeinheit“ leistet.

    Bitte meinen Dank dafür weiterleiten!!!!!

    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred Jablonski (Bochum)

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