Das 8. Weltwunder

Die Entdeckung einer Sensation

Es war im Frühling 1974 im Dorf Xiyang in der Provinz Shaanxi, als Bauern beschlossen einen neuen Brunnen zu graben, um ihre Felder bewässern zu können. Geeignet dafür erschien ihnen ein Platz südlich des Dorfes.

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Am fünften Tag der Ausschachtungsarbeiten stießen sie unerwartet auf eine Schicht aus hartgebranntem Ton, welche ihnen den Brunnenbau sehr erschwerte. In vier Metern Tiefe entdeckten sie schließlich den Rückenpanzer eines Tonkriegers. Dieser Soldat, der nach über 2200 Jahren so unsanft seinem Grab entrissen wurde, sollte der erste einer ganzen Armee sein, welche nach und nach das Licht der staunenden Weltöffentlichkeit erblickte.

Bald darauf traf das erste Archäologenteam am Fundort ein, führte in den folgenden Jahren zahlreiche Testgrabungen durch und schließlich war der Beweis erbracht: Bei diesem Zufallsfund handelte es sich um die größte archäologische Entdeckung des 20. Jahrhunderts! Eine gewaltige Ansammlung von Tonsoldaten, Generälen und Pferden, alle dereinst geschaffen um den großen Kaiser Qin Shi Huang Di im Jenseits zu beschützen, war zu neuem Leben erwacht.

Die Ausgrabung der Terrakotta-Armee sorgte weltweit für Aufsehen. Sogar der ehemalige französische Premierminister Jaques Chirac besuchte die Grabstätte und trug sich ins Gästebuch ein mit den Worten:

„Wer die Pyramiden nicht gesehen hat, kennt Ägypten nicht und wer das 8. Weltwunder, die Terrakotta-Armee nicht gesehen hat, dem ist das Reich der Mitte verloren!“
Eine Grabanlage immenser Größe

Die Grabanlage des ersten Kaisers der Qin-Dynastie, Shi Huang Di, liegt im Ostteil des Kreises Lintong in der Provinzstadt Shaanxi, 7,5 Kilometer von der Kreisstadt entfernt. Die Grabanlage liegt zwischen dem Berg Li im Süden und dem Fluss Wei im Norden. Der Grabhügel wächst majestätisch aus der umgebenden Landschaft. Qin Shi Huang Di hatte den Ort gewählt, weil es ganz in der Nähe, im Berg Li, reiche Gold- und Jadevorkommen gab. Die Grabanlage ist inzwischen eines der wichtigsten Objekte des staatlichen Kulturdenkmalschutzes und steht darüber hinaus, als einziges in China, auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Die Bauarbeiten fanden 246 vor Christi ihren Anfang und dauerten 38 Jahre an.

Die berühmteste Schilderung der Bauzeit und Beschaffenheit der Grabstätte stammt von Sima Qian, dem größten Historiker Chinas. Er schrieb, dass zum Zeitpunkt höchster Bautätigkeit 700.000 Menschen an der Anlage arbeiteten, die mehr Arbeitskräfte und Geld verschlangen als der Bau der Cheops-Pyramide. Der Grundriss der Grabstätte ist rechteckig und misst von Osten nach Westen 345 und von Süden nach Westen 350 Meter.

Die Anlage aus gestampfter Erde hatte ursprünglich Pyramidenform. Die Seitenlänge der inneren Mauer von Süden nach Norden betrug 1.355 und von Osten nach Westen 580 Meter. (Quelle: www.terrakottaarmee.de)

Die Ausstellung in Bochum kann man noch bis zum 5.10.2014 besuchen. Das Fotografieren ist erlaubt, natürlich ohne Blitz.

Gut Licht!

Thomas M. Weber

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