Dunkel war’s, der Mond schien helle…

Seit heute  bieten wir hier auf der Seite zwei Belichtungstabellen für Fotografien zum kostenlosen Download an. Ursprünglich erschien dieser Artikel auf Sehrbrock.org, seit der thematischen Zusammenarbeit mit Th-M-Weber.de hat er hier eher etwas verloren.

Warum eine Belichtungstabelle?
Meine Kameras (sowohl die „kleine“ D50, als auch die „große“ D80) sind in der Lage mit ihren internern Belichtungsmessern Belichtungen für Fotografien bis 30 Sekunden anzuzeigen und korrekt zu belichten.
Nun mag meine Kamera bei Blende 4 noch eine Belichtung von 15 Sekunden anzeigen, doch ich möchte die Fotografie gerne mit Blende 11 aufnehmen…
Bei Blende 11 wiederrum, zeigt sie mir „Low“, also „Zu dunkel“ an!

Also fange ich an zu rechnen:
Von Blende 4 bis Blende 11 sind drei Blendenstufen, macht also (bei meinen angenommenen 15 Sekunden bei f4) 120 Sekunden bei f11.

Wie man darauf kommt? Ganz einfach:
15sek*2³=120sek
Von Blendenstufe zu Blendenstufe verdoppelt sich die benötigte Belichtungszeit – 3 Blendestufen runter heisst also ich muss 3mal die Belichtungszeit verdoppeln…

Jaja, ich weiss, das geht natürlich auch im Kopf, keine Frage, aber nur wenn man die Blendenreihe im Kopf hat – nein, sie steht nicht auf dem Objektiv – das Objektiv ist auch (in aller Regel) in der Lage Zwischenblenden zu nehmen.
Die heute gebräuchliche (und für Rechnungen wie dieser benötigte) Blendenreihe lautet:
2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32
http://de.wikipedia.org/wiki/Blendenreihe_%28Optik%29

So, lange Vorrede, kurzer Sinn:
Ich habe mir (und Euch) eine Belichtungszeiten-Blenden-Tabelle, kurz Belichtungstabelle gebastelt.

Belichtungstabelle mit Zwischenblenden

Belichtungstabelle mit Zwischenblenden

Wie funktioniert die nun? 
Nehmen wir mein Beispiel, meine Kamera gibt bei f4 eine Belichtungszeit von 15 Sekunden vor , ich möchte aber mit f11 fotografieren:
Ich schaue mir also den „Kreuzungspunkt“ zwischen Blende 4 und 15 Sekunden auf der Karte an, folge von dort den grauschraffierten Kästchen diagonal nach unten, bis ich in der Spalte für f11 angelangt bin – dort schnell geschaut, in welcher Zeile ich mich nun befinde und voila: Ich bin bei 120 Sekunden angelangt – ganz einfach, oder?

Noch Fragen? – Dann benutzt bitte das Kommentarsystem am Ende dieser Seite

Viele Grüße
Georg

P.S.: Für die, die es noch genauer haben wollen, habe ich die Belichtungstabelle mal um die Werte der Standard-Zwischenblenden ergänzt…

Hinweise zum sog. Schwarzschild-Effekt:

Belichtungstabelle mit Standardblenden

Belichtungstabelle mit Standardblenden

Bei Belichtungen mit analogen (chemischen) Filmen kommt es zu einer Unterbelichtung bei mit dieser Tabelle errechneten, sehr langen Belichtungszeiten. Diese Unterbelichtung wird durch eine Veränderung der chemischen Emulsionsschichten des Films während der Belichtung verursacht. Die Emulsionsschichten sind dann nicht mehr in der Lage das gesamte auftretende Licht zu speichern, sie verlieren an Empfindlichkeit. (Schwarzschild-Effekt)
Eine Belichtungszugabe von 2/3-Blendenstufen ist hier sinnvoll um ein ausgewogenes, korrekt belichtetes Bild zu erzielen.

Digitale Bildsensoren sind von diesem Effekt nicht betroffen, da diese mit der Dauer der Belichtung nicht an Empfindlichkeit verlieren. Trotzdem ist auch hier ein Belichtungszugabe von 1/3 bis 2/3-Blendenstufen sinnvoll, um eine ausgewogenere Belichtung des Bildes zu erzielen, da die Belichtungsmesser moderner Digitalkameras auf ein 54%iges Grau eingestellt sind. In der Nacht bietet diese Messmethode oft nicht genug Kontrast.

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