24h am Nürburgring

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Eine der weltweit bekanntesten und härtesten Motorsportveranstaltung ist das 24h-Rennen am Nürburgring, in der sog. Grünen Hölle. Die Besonderheit liegt in der ca. 25,5km langen und bekannterweise sehr anspruchsvollen Strecke. Bis zu 190 Fahrzeuge sind maximal für das Rennen zugelassen, wobei grundsätzlich jedes Fahrzeug vom Clio bis zum Supersportler teilnehmen kann.

Die Zahl der zugelassenen Journalisten und Fotografen ist streng begrenzt. Aus aller Herren Länder sind Motorsportjournalisten vor Ort und berichten über diese einzigartige Rennveranstaltung.

In diesem Jahr wurde mir die große Ehre zuteil, einer der offiziell akkreditierten Fotografen an der Strecke sein zu dürfen.
So eine Möglichkeit fliegt einem normalerweise nicht einfach so zu, sondern erfordert schon eine gewisse Vorarbeit. Bereits im vergangenen Jahr habe ich daher mit den Vorbereitungen begonnen. Zuerst galt es ein Motorsportteam zu finden, dass mich als Fotografen akzeptiert und bereit ist mir ein „Zuhause“ an der Rennstrecke zu geben. Als ich ein Team gefunden hatte waren wir uns bald einig über die Erlaubnis das Team mit der Kamera begleiten zu dürfen. Dann kam das große Aber. Die Teams dürfen leider keine Akkreditierungen vornehmen, dh. keine eigenen Pressevertreter mitbringen.

Also habe ich in Münster bei den Westfälischen Nachrichten angefragt und erklärt, daß ich ein Münsteraner Motorsport Team mit der Kamera die kompletten 24h begleiten möchte um eine Fotodokumentation des Rennens zu machen.
Das kam gut an und hat funktioniert. Als Gegenleistung für den Auftrag der WN Sportredaktion sollte ich etwa 40 Bilder des Rennens bei der WN abliefern. Nun galt es aber die größte Hürde zu knacken. Die Pressestelle des ADAC Nordrhein…

Wenn das nicht funktioniert hätte, wäre dieser Artikel nicht geschrieben und von Euch auch nicht gelesen worden. 😉
Mit diesen vielen Worten habe ich nur ganz grob umrissen was nötig ist und auch möglich wird, wenn man nur intensiv genug auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet.

Ab jetzt beginnt der Teil, der mit Kamera und Ausrüstung zusammen hängt. Es gilt genau zu überlegen was man mitnimmt und was nicht. Zu der Überlegung was man mitnimmt gehört natürlich dann auch die Frage wie man es mitnimmt. Die Wege am Ring sind lang und beschwerlich. Da muss man genau überlegen was man wirklich braucht. Ich wollte auf jeden Fall beide Kameras mitnehmen, das Stativ, den Nodalpunktadapter und damit zwangsläufig auch den Nikon 14-24mm Glasbaustein. Ich wollte unbedingt zur Blauen Stunde in der Boxengasse während des Rennens ein Panorama anfertigen.
Somit war auch die Entscheidung für das 24-70 und das 70-200 gefallen. Mit diesen Brennweiten sollte ich für 99% aller Fälle gut gerüstet sein. Die ausgewählten Gläser haben auch gut funktioniert und waren ausreichend. Transportiert habe ich sie in meiner kleineren Fototasche, der Nova 200AW von Lowepro. Sie hat Allem den nötigen Platz geboten. Für den Einsatz am Ring war sie aber leider ungeeignet. Wie ich schon sagte, sind die Wege am Ring sehr lang und da wäre ein Rucksack oder das Street & Field System durch die gleichmässige Verteilung des Gewichtes auf beide Schultern wesentlich besser geeignet gewesen.

Wer schon mal am Nürburgring ein paar Tage verbracht hat, weiß wie es dort um das Wetter bestellt ist. Es ist so unzuverlässig wie man es sich nur vorstellen kann. Daher ist man im Bezug auf die passende Kleidung mit dem Zwiebellook am Besten beraten. Zum Beweis sei angemerkt, daß ich während der ersten Stunde nach dem Start am Ende der Zielgeraden in der prallen Sonne stand, während das Rennen wegen extrem heftigem Sturm, Hagel und dadurch verursachter Unfälle auf der Nordschleife abgebrochen werden musste…
Mit festem Schuhwerk, und robuster Kleidung ist man schon mal gut aufgestellt. Sinnvoll ist sicher auch ein Regenschutz für die Kamera und Objektiv. Wer sich während des Rennens auch direkt in der Boxenstraße aufhalten will, braucht zwingend einen Rennoverall.

Was ebenfalls sehr sinnvoll gewesen wäre, wenn ich es denn gewusst oder bedacht hätte, ist sich einen Motorroller zu leihen. Die Fotografenkollegen (mit Erfahrung) sah ich ständig damit durch die Gegend fahren. Da der Ring einen Shuttle Service für Medienvertreter eingerichtet hatte, verschwendete ich keinen weiteren Gedanken an ein eigenes Gefährt. Die Shuttle´s fuhren zwar regelmässig aber nur an wenige Stellen der Nordchleife. Um von der Haltestelle am Brünnchen an das Karussell (Steilkurve) zu kommen, musste ich bei bestem Regenwetter ca. 40min einen matschigen Waldweg bergauf gehen. Das war wirklich kein Spaß! Als ich oben angekommen bin, dauerte die wetterbedingte Unterbrechung des Trainings weiter an.
Mit den britischen Streckenposten zusammen trällerte ich die lustige Volksweise: Singin´in the Rain.

Insgesamt war es eine sehr interessante Erfahrung die ich am Nürburgring machen durfte. Ich habe wieder sehr viel dazu gelernt. Sollte es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben, wäre ich auf jeden Fall schon mal wesentlich besser aufgestellt als 2016. Der Umfang meiner Ausrüstung würde sich verändern, nicht unbedingt verringern aber verändern. In jedem Fall wäre ein anderes Aufbewahrungsbehältnis zu wählen. Entweder kommt ein Rucksack zum Einsatz oder das bereits erwähnte Street & Field System von Lowepro. Dieses Koppeltragegestell mit jeder Menge Taschen sieht zwar sehr martialisch aus, macht aber durchaus Sinn. Das Gewicht verteilt sich sehr angenehm auf Schulter und Hüfte.
Ich würde mir eine Motorisierung besorgen, um damit an Streckenabschnitte zu fahren, an die ich dieses Jahr nicht heran kam.
Am Anfang habe ich noch gedacht, daß 24h eine so ultralange Zeit ist, um alles umsetzen zu können, was ich mir vorgestellt habe. Dem ist aber definitiv nicht so. Es gab nicht eine Minute Langeweile und die Zeit flog nur so dahin.

 

An EDV oder Datensicherung habe ich keinen Gedanken verschwendet. Auch das würde ich ändern. Im Pressebereich findet man alles, was das Herz begehrt. Man hat jede Menge Monitore um den Verlauf des Rennens verfolgen zu können, Stromanschluss und freies WLAN. Hier kann man schon mal Bilder aussortieren oder bearbeiten. Das war für mich in 2016 nicht zwingend erforderlich, da ich nicht live berichten musste.

Es bleibt spannend!

Gut Licht!

Thomas M. Weber

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Ein Kommentar zu 24h am Nürburgring

  1. Petra sagt:

    SEHR GEILER BEITRAG – sehr atmosphärisch – klasse und dank dafür

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